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 Dr. Fritz Lettenmeyer (1891-1953)

Biographische Angaben Fritz Lettenmeyer

Geboren am 7. September 1891 in Würzburg als Sohn des Hauptzollamtsverwalters Friedrich Lettenmeyer und seiner Ehefrau Pauline, geb. Rehlen. Beide Eltern stammten aus Nördlingen (Ries).

1897-1900 Volksschule in Würzburg. 1900-1910 humanistisches Gymnasium, zuerst vier Jahre lang in Würzburg, dann – wegen dienstlicher Versetzung des Vaters nach Hof – ab 1905 in Hof. 1910 Absolutorium des Humanistischen Gymnasiums Hof.

1910-1912 vier Semester Studium der  http://www-sb.ma.tum.de/div/hgbrosch/allgem/html/kap12.html Mathematik und Physik an der Technischen Hochschule München bei  http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/~history/Mathematicians/Burkhardt.html Heinrich Burkhardt (1861-1914),  http://www-hm.ma.tum.de/geschichte/node16.html Ludwig Burmester (1840-1927). 1912-1914 desgleichen an der Universität München, insbesondere bei  https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_Lindemann Ferdinand von Lindemann (1852-1939) und  http://www.mathematik.uni-wuerzburg.de/History/vossll.html Aurel Voss (Analysis und Geometrie) (1845-1931) und  https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Sommerfeld Arnold Sommerfeld (theoretische Physik) (1868-1951).

Am 8. Aug. 1914 als Kriegsfreiwilliger beim 1. Bayerischen Jägerbataillon eingetreten. Die Kämpfe in Flandern bei Ypern in vorderster Linie mitgemacht. Schwere Verwundung am 15.11.1914 (Splitterung des rechten Schienbeins durch Infanterieschuss) bei Wytschaete (Ypern, Belgien). Nach 3/4-jähriger Lazarettzeit am 13.11.1916 zur Dienstleistung im bayerischen höheren Schuldienst entlassen. Eisernes Kreuz 2. Klasse, Gefreiter. Nochmals zum Garnisonsdienst eingezogen vom 23.7.1917 bis 5.9.1917.

Im Okt. 1916 die bayerische Lehramtsprüfung für den Unterricht in der Mathematik und Physik mit Note I bestanden. Vom 13.11.1916 bis 18.1.1919 als Aushilfsassistent (Studienassessor) an der Realschule Hof/Saale.

Am 22. Juli 1918 von der philosophischen Fakultät der Universität München zum Dr. phil. promoviert, Referent Geh.-Rat Prof. Dr.  http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/~history/Mathematicians/Lindemann.html Ferdinand von Lindemann (1852-1939). Titel der Arbeit: "Bestimmung aller Flächen und Kurven, die ein Geradenbündel unter konstantem Winkel schneiden, nebst einer Verallgemeinerung dieser Aufgabe." (Wurde nicht gedruckt bzw. veröffentlicht; liegt als 58-seitiges handschriftliches Manuskript im Nachlaß vor).

Vom 19.1.1919 bis 30.9.1919 zwei Semester ordentlicher Assistent am mathematischen Seminar der Technischen Hochschule München bei Geh.-Rat  http://www.mathematik.tu-muenchen.de/fak/preise/vonDyck/vita_vonDyck.html Walther von Dyck (1856-1934).

Ab 1920 (1.1.1920-9.12.1920, 15.4.1921-31.8.1921, 1.1.1921-9.2.1922) vier Semester weiteres Studium in  http://www.math.uni-goettingen.de/ Göttingen, insbesondere bei den Professoren  http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/~history/Mathematicians/Klein.html Felix Klein (1849-1925),  http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/ history/Mathematicians/Hilbert.html David Hilbert (1862-1943) und  http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/~history/Mathematicians/Landau.html Edmund Landau (1877-1938); unterbrochen von Aushilfsdiensten als Studienassesor am humanistischen Gymnasium Hof (1.9.1921-31.10.1921, 10.2.1922-30.4.1922) sowie an der Realschule in Erlangen (10.12.1920-14.4.1921).

Vom 1.5.1922 bis 31.10.1923 drei Semester außerplanmäßiger wissenschaftlicher Assistent am Mathematischen Seminar der Universität Königsberg bei Prof.  http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/~history/Mathematicians/Knopp.html Konrad Knopp (1882-1957).

1924 Eheschließung mit Käthe Scherdel (1902-1994), jüngste Tochter von Hans Scherdel (1868-1949), Miteigentümer der gleichnamigen  http://www.scherdelbier.de/ Brauerei in Hof, und Marie geb. Rahm (1874-1939). Aus der Ehe entsprossen drei Töchter.

Vom 1.11.1923 bis 1935 ordentlicher (planmäßiger beamteter) wissenschaftlicher Assistent (und Dozent) am mathematischen Seminar der Universität München bei den Professoren  http://www.ndb.badw-muenchen.de/NDB_Artikel_Perron.htm Oskar Perron,  http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/~history/Mathematicians/Caratheodory.html Constantin Carathéodory (1873-1950) und  http://www-groups.dcs.st-and.ac.uk/~history/Mathematicians/Tietze.html Heinrich Tietze (1880-1964). Am 5.3.1927 an der Universität München habilitiert für Mathematik. Thema der Habilitationsarbeit: "Systeme linearer Differentialgleichungen unendlich hoher Ordnung mit Polynomen beschränkten Grades als Koeffizienten". Probevorlesung "Über die Entwicklung der Lehre von den Primzahlen".

Die Amtsbezeichnung eines (nicht besoldeten) außerordentlichen Professors wurde im März 1933 verliehen.

1934/35 drohte wegen "politischer Unzuverlässigkeit" die Entlassung aus dem Hochschuldienst. Beitritt zum NSKK = Nationalsozialistisches Kraftfahrer-Korps (eine SA-Gliederung).

Im Wintersemester 1935/36 zur Vertretung der erledigten Professur für Mathematik an der Technischen Hochschule Stuttgart. Fritz Lettenmeyer stand auf der Berufungsliste; aus politischen Gründen erhielt jedoch ein anderer Kandidat die Professur.

Im Sommersemester 1936 wieder als Assistent (zuletzt Oberassistent) am  http://www.mathematik.uni-muenchen.de/ mathematischen Seminar der Universität München beschäftigt.

Im WS 1936/36 und SS 1937 Vertretung der erledigten Professur für  http://www.math.uni-kiel.de/ Mathematik an der Universität Kiel; zum 1.8.1937 erfolgte die Berufung auf diesen Lehrstuhl (= Ernennung zum ordentlichen Professor). Die vorhergehende Assistententätigkeit war stets auf jeweils zwei Jahre befristet gewesen. Beitritt zur NSDAP im Hinblick auf eine Absicherung der Position.

Zunächst zur Untermiete gewohnt; die Familie kam Ostern 1938 nach Kiel nach.

Sept. 1938 Besuch des Internationalen Mathematiker-Kongresses in Bologna.

Im September 1944 Totalverlust der Wohnung in Kiel durch Spreng- und Brandbomben, Übersiedlung nach Hof.

Entlastung im Rahmen des Entnazifizierungsverfahrens 1947/48.

Pensionierung aus gesundheitlichen Gründen (Schlaganfall 1945) am 1.7.1948. Verstorben am 2.1.1953 in Hof, begraben in Nördlingen.

Spezielle Forschungsrichtungen: Zahlentheorie, Differentialgleichungen.

Passionierter Alpinist (schwierige Kletter- und Gletschertouren) und Skifahrer; Klavierspieler.


Vorstehende Angaben sind aus dem Nachlaß zusammengestellt und mit ergänzenden Bemerkungen versehen.


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Letzte Aktualisierung am 11. Juni 2017

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